Das gute alte Libre Race 102
Verarbeitung/Stabilität:
Fahreigenschaften:

Preis-Leistungs-Verhältnis:

Design:

gesamt:

Hi, ich wollte jetzt mal einen kleinen Testbericht über das Libre Race 102 verfassen, welches mir in der Anfangszeit des Mountainboardens sehr viel Spaß - aber auch Frust - gebracht hat: Wie der Name schon sagt ist das Race wohl eher für Abfahrten als für Freestyle geeignet, ich habe aber beides getestet und um es schon mal vorwegzunehmen: Beim Freestyle habe ich es dann auch geschrottet bekommen...
Abfahrt/Downhill:
Das Board ist mit einer Länge von ca. 120 cm und einem Gewicht von 8,5 Kilogramm relativ schwer, was aber wohl eher den großen und breiten 9 Zoll-Reifen zu verschulden ist, allerdings ist beim Downhill ja das Gewicht nicht so wichtig, bis auf dass man es natürlich immer wieder den Berg hochschleppen muss, wenn man nicht gerade einen Sessellift an der Strecke hat ;)
Gut zu bewerten ist auf jeden Fall der sehr niedrige Schwerpunkt, wodurch das Sliden meiner Meinung nach einfacher zu handlen ist und der Flex ist sehr weich, so dass das Board bei ca. 80 Kilo Fahrergewicht bereits bei kleineren Sprüngen bis auf den Boden durchschlägt, aber zumindest wird so ein Bruch(erstmal) verhindert..
Die Bindungen sind einfache Klettverschlußbindungen mit doppelten Klettverschluß, welche sich relativ einfach einstellen lassen, jedoch im Vergleich zu Ratschenbindungen etwas Zeitaufwändiger sind, wenn man sie öfter etwas enger und dann wieder loser einstellen möchte, zudem drücken die Schrauben an den Füßen bei Rotationssprüngen mit weichem Schuwerk, womit ich dann mal gekonnt überleite zum:
Freestyle:
Als ich mit den ersten Rotationssprüngen angefangen habe, dachte ich nur: "Oh mein Gott, das geht ja mal gar nicht mit dem Board!!", die Großen und schweren Räder an den Außenseiten des Boards zusammen mit der relativ langen Gesamtboardlänge machen es auch wirklich nicht gerade leicht, Rotationen zu springen, aber mit etwas Übung habe ich in wenigen Tagen die ersten 180s und 270s(Z.B. als Startsprung) gestanden, allerdings wurde mir nach 3-4monatigem (ich nenne es mal so) "freestylen" klar, warum dieses Board "Race 102" und nicht "Jump 360" getauft wurde...
Ich war bis dahin sehr zufrieden mit dem Board, für den Gebrauchtpreis hielt es sehr gut durch, bis auf dass es immer durchschlug bei jedem Sprung, was natürlich keinen sehr guten Pop und damit flache kleine Sprünge zur Folge hatte, aber immerhin, es hielt, aber dann kam alles mit einem Schlag...
Zuerst löste sich das Griptape, ziemlich zeitgleich unter beiden Bindungen, welches bei Nässe übrigens schweineglatt, bzw. fast unfahrbar wurde, aber das ließ sich ja noch kleben, dann löste sich eine Bindung auf, also die Nähte des Klettverschlußes gingen auf und ich musste die Bindung erst mal wieder nähen um weiterfahren zu können, als bei einem 180, den ich in einer Kuhle landete, dann das Board bis auf den Boden der Kuhle durchschlug, brach das deck unter der vorderen Bindung und da war mir klar, das Board ist eindeutig durch, trotzdem hatte ich viele spaßige Momente mit dem Board und bereue nicht einen Euro, den ich für dieses Board ausgegeben habe, es hat mir einen guten Einstieg ins Mountainboarden gegeben und bei mehrmaliger Nutzung pro Woche gut 4 Monate gehalten, aber es ist eben ein "Billigbrett" und wer keine Möglichkeit hat, sich ein Board auszuleihen oder zu testen und sich nicht sicher ist, ob diese Sportart das richtige für ihn ist, der ist gut beraten, sich erst mal ein solches Board zu holen, allerdings mit dem Wissen, dass ein hochwertigeres Board für 400€ bedeutend mehr Fahrspaß und Komfort bietet!
Zu den Achsen lässt sich noch sagen, dass es sich dabei um sehr einfache Skate-Achsen handelt, die zum Ende auch schon sehr abgenutzt waren, nicht mehr ganz gerade waren und die Gummis waren alle bereits mehrfach angerissen, dadurch kommt es bei hohen Geschwindigkeiten natürlich auch relativ schnell zum gefährlichen Speedwhobble...